Das stille Schweigen bei Leasingverträgen und wer wirklich davon profitiert

Versicherungsverträge, Aktienfonds, AGB  – oft wird Geld verdient, wenn die Dinge so kompliziert sind, dass der Kunde die Konditionen einfach akzeptiert. Parallelen sieht man manchmal bei geschlossenen Leasingverträgen. Beispiel gefällig? Die stillschweigende Verlängerung.

Stillschweigende Verlängerung bei geschlossenen Verträgen ist, wenn man sein Leasingfahrzeug länger nutzt als vorher vereinbart. Das hat meist gute Gründe, das nächste Fahrzeug ist noch nicht geliefert oder die Planung hat sich geändert. Die stillschweigende Verlängerung zu nutzen, ist bequem. Die stillschweigende Verlängerung wird deshalb als toller Service verkauft. Ist der aber wirklich so selbstlos? Geht so.

Für einen Leasinggeber, der einen geschlossenen Vertrag vereinbart hat, gibt es kaum etwas Besseres. Warum? Die Leasingrate läuft meist auf gleichem Niveau weiter, aber das Auto verliert zum Ende der Laufzeit viel weniger an Wert. Das heißt praktisch: Am Ende hat der Leasinggeber, der das Fahrzeug verkauft, einen höheren Verkaufsgewinn. Je länger das Stillschweigen, desto höher der Gewinn. Das zu berechnen, ist nicht ganz einfach. Wir haben das an einem realen Beispiel mit realer Endabrechnung durchgerechnet und die Ergebnisse vereinfacht dargestellt.

In unserem Beispiel musste ein Leasingnehmer auch nach einer Vertragsanpassung das Fahrzeug noch länger als vereinbart nutzen. Die Kosten für die „stillschweigenden“ 2,73 Monate: 1.119€. In diesen Monaten hat das Fahrzeug jedoch nur 350€ an Wert verloren. Was passiert mit der Differenz fragen Sie sich? Die gehört dem Leasinggeber.

Unser Tipp: rechnen Sie nach. Es gibt auch Finanzierungsformen, bei denen dieser Effekt Ihre Finanzierungskosten reduziert und nicht den Gewinn der Leasinggeber erhöht. Wir beraten Sie gern.